Einzelne Mitglieder des Fördervereins      
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Führungen in der Gedenkstätte bereit. >>





















Gino Kuhn

Gino Kuhn wurde 1955 in Walldürn (Neckar‑Odenwaldkreis) nahe Heidelberg geboren.
Nach Besuch der Haupt‑Realschule, Abschluß der Berufsfachschule folgte eine zweijährige Ausbildung zum Fernmeldehandwerker. 1975 Umzug nach Berlin‑West. Erste direkte Konfrontation mit der geteilten Stadt und der Berliner Mauer. Kontaktaufnahme mit einer Fluchthelferorganisation, tätig als Kurier für ausreisewillige Bürger.
Am 23. Oktober 1975 wurden Kuhn und drei im Kofferraum des Pkw versteckte DDR‑Bürger nach Verrat am Grenzübergang Wartha‑Herleshausen verhaftet. Nach der Untersuchungshaft in Cottbus und Berlin‑Hohenschönhausen wurde er am 08. April 1976 beim Bezirksgericht Cottbus wegen "Staatsfeindlichen Menschenhandels" zu 6 Jahren Haft verurteilt und danach in die Haftanstalt Berlin‑Rummelsburg überführt. Am 10. Februar 1978 wurde Gino Kuhn von der Bundesrepublik freigekauft und aus der Haft entlassen.
1980 bis 1982 absolvierte er eine Ausbildung zum Bauzeichner. Nach einer Tätigkeit in einem Architekturbüro führte er seit 1986 bis 2004 ein eigenständiges freischaffendes Planungsbüro in der Architektur mit dem Schwerpunkt "Ökologisches Bauen". Am 21.Mai 1992 wurde er von dem Bezirksgericht Cottbus voll rehabilitiert.
In Bldern und Zeichnungen, die in mehreren Ausstellungen gezeigt wurden, verarbeitet er seine Hafterlebnisse. Im Februar 2009 besichtigte Gino Kuhn erstmals nach ca. 30 Jahren die Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen. Er ist seit 2009 Mitglied beim Menschenrechtszentrum Cottbus und
seit 2010 Mitglied des Fördervereins.



Hinweise zu Zeichnungen und Bildern von Gino Kuhn:

"Meine Gemälde und Zeichnungen sollen ein Mahnmal sein und widerspiegeln, welchen entwürdigenden Haftbedingungen wir ausgesetzt waren (Isolationshaft ‑ Folter ‑ Schlafentzug ‑ Knebelketten, Haar‑ und Zahnausfall in Folge von mangelnder Ernährung ‑ Zwangsarbeit und Demütigungen aller Art). Da ich in Worten nicht ausdrücken kann, was geschehen ist, sollen meine Gemälde und Zeichnungen von dauerhaft‑zeitlosem Rang sein, und das persönliche Trauma ins Licht der Öffentlichkeit stellen. Es soll ein Beitrag zur Aufklärung sein, zum gegenseitigen Respekt und zur Toleranz, in der Hoffnung, dass so etwas allen Menschen dieser Welt erspart bleibt."