International Campaign Empty Chair ‑ Free Liu Xiaobo!   >>
Erste Demontration des Fördervereins am 10. 12. 2011:  >>
Sein Stuhl ist leer ‑ Freiheit für Liu Xiaobo!   >>

Aktivitäten 2011



Aktion des Fördervereins:

Sein Stuhl ist leer ‑ Freiheit für Liu Xiaobo!


Als am 10. Dezember 2010 um 13:18 Uhr die Verleihung des Friedensnobelpreises an den chinesischen Bürgerrechtler Liu Xiaobo begann, blieb sein Stuhl leer. Die chinesischen Behörden ließen ihn nicht nach Oslo fahren. Seit drei Jahren sitzt Liu Xiaobo, von der Außenwelt isoliert, im Gefängnis.


Plakat bei der Demonstration vor der Botschaft Chinas                                

Am Internationalen Tag der Menschenrechte, am 10. Dezember 2011 um 13.18 Uhr protestierten Menschenrechtler weltweit gegen die Inhaftierung des chinesischen Friedensnobelpreisträgers. Symbolisch wurden leere Stühle vor die chinesischen Botschaften gestellt. In Berlin beteiligte sich unter anderem Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller an der Aktion.

          
Bürgerrechtler demonstrieren: Mario Röllig, Vera Lengsfeld, Herta Müller      

Initiiert wurde die Aktion vom Förderverein der Gedenkstätte im ehemaligen Stasi‑Gefängnis Berlin‑Hohenschönhausen. Dessen Vorsitzender Jörg Kürschner erklärte zur Begründung: „Wir wollen mit der Aktion deutlich machen, dass es auch heute noch Opfer kommunistischer Verfolgung gibt, für deren Freiheit wir uns einsetzen.”


   
Nachrichten aus der Mitgliedschaft

Die Zahl der Mitglieder ist 2011 erneut gestiegen.
Ende des Jahres gehörten den Förderverein 166 Mitglieder an.

Das Spendenaufkommen des Fördervereins ist konstant geblieben. Besonders hervorzuheben ist eine Spende der Bundesbank in Höhe von 2.000 Euro, veranlasst durch ein ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestags. Zahlreiche Einzelspenden bis zu 1.000 Euro waren auch 2011 zu verzeichnen. Unserem verstorbenen Mitglied Sigrid Paul haben wir einen Spendenaufruf anlässlich der Trauerfeier zu verdanken. Auf diese Weise kamen mindestens 1.160 Euro zusammen.
Der Vorstand dankt insbesondere seinen Mitgliedern für jede Zuwendung unabhängig von deren Höhe.
Wir suchen weiter dringend nach Spendengeldern, um Projekte und Vorhaben in der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen fördern zu können. Insbesondere suchen wir nach Sponsoren für den Aufarbeitungspreis, den der Förderverein alle zwei Jahre vergibt. Wir müssen den Hohenschönhausen‑Preis vorerst aus Mitgliedsbeiträgen finanzieren. Wir suchen aber dringend eine dauerhafte Absicherung.


Der früheren Stasi‑Häftling, Mitarbeiter in der Gedenkstätte und im Förderverein Mario Röllig gewann Anfang Februar 2011 eine Klage wegen falscher Tatsachenbehauptungen und der nicht genehmigten Verwendung eines Fotos. Es handelte sich um ein Buch der ehemaligen Stasi‑Mitarbeiter Herbert Kierstein und Gotthold Schramm im einschlägigen Verlag Das Neue Berlin.


                    
Hans‑Eberhard Zahn führte auch 2011 prominente Besucher               
Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz überreichte am Ende Februar 2011 dem ehemaligen politischen Häftling Hans‑Eberhard Zahn das Bundesverdienstkreuz .
Der Förderverein freute sich über diese verdiente ehrenvolle Auszeichnung seines Gründungsmitglieds. Hans‑Eberhard Zahn verstarb 2013.

Die DDR‑Bürgerrechtlerin Freya Klier wurde im Juni im Rahmen eines Defilees im Weißen Haus vom amerikanischen Präsidenten Barack Obama, seiner Frau Michelle Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Gedenken an den 50. Jahrestag des Mauerbaus empfangen.


Freya Klier wird von US‑Präsident Barack Obama empfangen                     
Als erste der ehemals in Hohenschönhausen Inhaftierten wurde Freya Klier diese Ehre zu Teil. Sie gehört zur Reihe der prominenten Unterstützer der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen, die 2003 den Förderverein gründeten. Frau Klier lebt in Berlin und arbeitet heute als freischaffende Autorin und Filmregisseurin.

Das Gründungsmitglied des Fördervereins Lutz Rathenow wurde neuer Landesbeauftragter für die Stasiunterlagen in Sachsen. Nach seiner Wahl sagte Rathenow, er werde den Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Opferberatung und Hilfe bei der Rehabilitierung legen. 2003 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins, der ihm zu seiner Wahl gratulierte.



Förderverein ermöglicht Rundgänge für Blinde

Die Mitglieder des Fördervereins hatten beschlossen, ein „pädagogisches Konzept für geführte Rundgänge mit blinden und sehbehinderten Personen durch die Gedenkstätte” materiel zu fördern. Dafür wuden der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen im Jahre 2011 insgesamt 2.114 Euro zur Verfügung gestellt.
Der 90‑minütige Rundgang ermöglicht es sehbehinderten und blinden Besuchern, durch Ertasten und Zuhören an verschiedenen Haftstationen Justiz in der DDR und Auswirkungen politischer Verfolgung kennenzulernen. Das Konzept ist speziell auf die Bedürfnisse der Gäste mit einem Handicab ausgerichtet ‑ Geschichte zum Anfassen im wahrsten Sinne des Wortes und wird seit Mai angeboten.

          
Führungen für Sehbehinderte und Blinde                                


Förderverein unterstützt Film‑ und Diskussionsreihe

„Grenzverletzer haben keine Chance ‑ Bewegte Bilder zum Mauerbau”, so hieß die Filmreihe mit anschließender Diskussion, die Anfang Juli im Kino Babylon in Berlin‑Mitte stattfand. Anlass war der 5o. Jahrestag des Mauerbaus.
Der Förderverein ermöglichte Dank der Spenden und Mitgliedsbeiträge diese fünftägige Filmreihe der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen. Für dieses Projekt wurden insgesamt 2.203,49 Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt.



Mittel für das ehemaliges Haftkrankenhaus

        
Haftkrankenhaus in der Stasi‑Untersuchungshaftanstalt                       

Der Förderverein stellt aus den eingegangenen Spenden und Mitgliedsbeiträgen Mittel in Höhe von 3.200 Euro für die Ausstattung der Gedenkstätte zur Verfügung. Die Raumplanung nach dem Umbau der Gedenkstätte erlaubt nicht die ursprünglich beabssichtigte Einrichtung einer Medienstation im Haftkrankenhaus. Mit dem zur Verfügung stehenden Geld soll nunmehr eine Fotoreihe mit Portraits von ehemaligen Insassen des Haftkrankenhaus erstellt und dort präsentiert werden.


Prominente Besucher der Gedenkstätte

Der Förderverein hat auch 2011 dazu beigetragen, dass prominente Politiker zu einem Besuch der Gedenkstätte veranlasst werden konnten. Darunter war u.a. Bundesverteidigungsminister a.D. Karl Theodor zu Guttenberg. Außerdem führte die FDP‑Bundestagsfraktion ein öffentliches Expertengespräch in der Gedenkstätte unter Beteligung von Mitgliedern des Fördervereins durch.
Besuche von amerikanischen Botschaftern geführt von Mtgliedern des Fördervereins sind zu einer festen Tradition geworden. Der amtieremde amerikanische Botschafter, Philip D. Murphy, hat der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausenn im August 2011 mit seiner Familie einen Besuch abgestattet. Er nahm an einer Tour der Zeitzeugin Vera Lengsfeld teil. Frau Lengsfeld ist Vorstandsmitglied des Fördervereins.

          
Philip D. Murphy, 2009 bis 2013 Botschafter der Vereinigten Staaten                                           


Machrichteninfos 2011

Im Binnenverhältnis hat sich das „Nachrichteninfo” für Mitglieder und Freunde des Fördervereins zu einer festen Einrichtung entwickelt, die auf eine weiter steigende Resonanz stößt. Der Umfang dieses Miteilungsblatts, das seit nunmehr sechs Jahren erscheint und das auch den Besuchern der Gedenkstätte auf Spendenbasis zur Verfügung gestellt wird, liegt inzwischen bei über 28 Seiten. Die Druckauflage liegt Ende des Jahres 2011 bei 7000 Exemplaren, die elektronische Auflage bei etwa 1.300 Exemplaren. Um Kosten zu sparen, erschien das „Nachrichteninfo” auch 2011 dreimal, dafür aber in einem verbesserten Layout sowie mit deutlich erhöhtem Umfang.
Nachstehend die PDF‑Versionen der Ausgaben des Nachrichteninfos aus 2011 zum Download:

Nachrichteninfo_21_2011 (pdf, 1.100 kb)

Nachrichteninfo_22_2011 (pdf, 1.100 kb)

Nachrichteninfo_23_2011 (pdf, 1.500 kb)