Aktivitäten 2010 und davor

Der Förderverein unterstützt seit 2010 Dank der Mitgliedsbeiträge und großzügiger Spenden unserer Mitglieder und Freunde das „Pädagogische Konzept für geführte Rundgänge mit blinden und sehbehinderten Besuchern durch die Gedenkstätte”. In diesem Projekt verbinden sich inhaltliche und soziale Aspekte in besonderer Weise.
Erneut wurden 2010 wieder Vorhaben der Pädagogischen Arbeitsstelle der Gedenkstätte gefördert. Einen Zuschuss erhielt das gemeinsame Internationale Schülerseminar der Gedenkstätte und des Berliner Komitees für UNESCO‑Arbeit. Ehemalige Häftlinge werden stets in die Projekte der Pädagogischen Arbeitsstelle eingebunden.

    
    Direktor Hubertus Knabe, HSH‑Preisträger 2010 Karl Wilhelm Fricke,
    Bundesminster a.D. Wolfgang Tiefensee am 30. November 2010

Außerdem wurde 2010 zum zweiten Mal vom Förderverein der Hohenschönhausen‑Preis zur Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro vergeben. Der Preis wurde im Sommer mittels eines Faltblatts und diverser Presseerklärungen öffentlich ausgelobt. Die neu zusammengestellte Jury bestimmte aus 52 Vorschlägen und Bewerbungen einstimmig einen Preisträger: unser Gründungsmitglied Dr. h. c. Karl Wilhelm Fricke.
Der renomierte Publizist Fricke, dem die Freie Universität Berlin 1996 die Ehrendoktorwürde verlieh, erhielt 2001 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und 2008 den „Einheitspreis der Bundeszentrale für Politische Bildung“. Er hat vor und nach der Wiedervereinigung mit seinen Arbeiten und Beiträgen erheblich zur Aufarbeitung und Überwindung der Folgen der SED‑Diktatur und damit auch zum Zusammenwachsen der zwei deutschen Staaten beigetragen.



2010: Ausstellung „Gewalt hinter Gittern, Gefangenenmisshandlungen in der DDR”

Dem Förderverein Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen wurden zweckgebunden 3.000 Euro vom Deutschen Richterbund gespendet. Diese Mittel wurden der Ausstellung „Gewalt hinter Gittern,
Gefangenenmisshandlungen in der DDR” zur Verfügung gestellt, die in der der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen vom 15. Juni bis zum 27. August 2010 zu besichtigen war.
Die Ausstellung wurde von der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen zusammen mit der Gedenkstätte Bautzen konzipiert.
Sie dokumentiert erstmals die brutale Gewalt in DDR‑Gefängnissen, gibt Tätern und Opfern ein Gesicht ‑ und zeigt das Versagen des Rechtsstaates bei der Aufarbeitung.

       
            Eröffnung der Ausstellung durch die Bundesjustizministerin,
            Frau Sabine Leutheusser‑Schnarrenberger im Juni 2010

Bei der Eröffnung der Ausstellung rief Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser‑Schnarrenberger dazu auf, die Erinnerung an die dunklen Seiten der DDR wachzuhalten. Gewalt gegen Gefangene sei im DDR‑Strafvollzug kein Exzess Einzelner, sondern Teil des politischen Systems. Angesichts der Totalüberwachung der Bürger, der Willkür der Sicherheitsbehörden, der Reduzierung des Menschen zum Objekt staatlichen Handelns und des Schießbefehls an der Mauer müsse klar sein, dass die DDR ein Unrechtsstaat war.



Feierlichkeiten zum Jubiläumsjahr 2010

Im Juni fand im Maxim‑Gorki‑Theater, Berlin, eine Festveranstaltung zum 10‑jährigen Jubiläum der Stiftung Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen und zum 20. Jahrestag der Schließung des Stasi‑Gefängnisses statt. Der Vorstand beteiligte sich aktiv an dieser Feier. Dr. Jörg Kürschner hielt eine bewegende Rede. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sprach das Grußwort.

   
Reg. Bürgermeister Klaus Wowereit und Direktor Hubertus Knabe im Juni 2010

„Dieser Ort lässt niemanden unbeeindruckt”, sagte Wowereit. Das frühere Untersuchungsgefängnis der DDR‑Staatssicherheit sei „ein wichtiger Ort für das Erinnern und für die ehemaligen Träger des Systems auch immer wieder ein Stein des Anstoßes”. Wowereit lobte zudem das Engagement der Mitarbeiter der Gedenkstätte.

Im September 2010 hatte die Gedenkstätte 100 frühere Häftlinge zu einer vielbeachteten Feier geladen ‑ stellvertretend für alle politischen Gefangenen der DDR.
       
Grußwort von Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert, vielbeachteter
Höhepunkt war die Festansprache von Prof. Dr. Michael Wolffsohn


Der Präsident des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Norbert Lammert sprach ein Grußwort.
Die Festansprache zum Thema „Über unsere Freiheit” hielt Prof. Dr. Michael Wolffsohn, Historiker an der Universität der Bundeswehr München.
Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden am 28. September 2010 rund 100 Berliner Schüler jeweils von einem Häftling persönlich durch das einstige Stasi‑Gefängnis geführt.



2009: Betreuung prominenter Besucher

Der Besuch der Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Frau Dr. Angela Merkel, am 5.Mai 2009 war für Gedenkstätte und Förderverein der Höhepunkt des Jahres 2009.

    

Bundeskanzlerin Angela Merkel traf bei ihrem Besuch mit den letzten Gefangenen des früheren Stasi‑Gefängnisses zusammen. Unter den im Herbst 1989 durch die friedliche Revolution in der DDR die Freiheit Wiedererlangten befanden sich unser Vereinsmitglied Uwe Hädrich sowie Manfred Haferburg und Mirko Röwer. An einem Gedenkstein legten sie gemeinsam mit der Bundeskanzlerin einen Kranz für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft nieder.

    

Weitere prominente Besucher der Gedenkstätte, die von Mitgliedern des Fördervereins bei ihren Rundgängen begleitet wurden, waren Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses, Bundestagsabgeordnete sowie die Ministerpräsidenten von Brandenburg und von Sachsen‑Anhalt.



2009: Ideelle und materielle Förderung

Der Förderverein konnte im Jahr 2009 mit insgesamt 8.327,67 Euro die Gedenkstätte unterstützen.
Zehn Jahre nach seinem Tod, erschienen die „Vernehmungsprotokolle” von Jürgen Fuchs neu im Jaron Verlag. Der Förderverein der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen hat diese Buchveröffentlichung finanziell unterstützt.

                               

Der Förderverein unterstützte weiterhin Vorhaben der Pädagogischen Arbeitsstelle der Gedenkstätte. Die Projektwoche „Geschichte zum Anfassen” konfrontierte eine Berliner Schulklasse mit der DDR‑Staatssicherheit und den Haftbedingungen im ehemaligen Zentralen Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit.
Gefördert wurde außerdem das gemeinsam von Gedenkstätte und UNESCO‑Projektschulen initiierte internationale Seminar „Fall der Mauer, Fall des Kommunismus”. Regelmäßig werden ehemalige Häftlinge in die Projekte der Pädagogischen Arbeitsstelle eingebunden.

    

Der Förderverein trägt zur Finanzierung der Wanderausstellung „Haftort Berlin‑Hohenschönhausen” bei, die in Schulen gezeigt wird und damit die zum Teil erheblichen Wissenslücken der nachwachsenden Generation verringern soll.



2009: Gedenkstättenleiter erhält Orden

    

Für seinen „seinen Beitrag zur historischen Wahrheit” über die Arbeit des DDR‑Staatssicherheitsdienstes wurde der Direktor der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, mit dem italienischen „Capo Circeo Preis” ausgezeichnet.
Knabe erhielt die Auszeichnung als „außergewöhnlicher Forscher auf dem Gebiet der schmutzigen Arbeit der Stasi”. Sein neuestes Buch „Honeckers Erben. Die Wahrheit über Die Linke” sei ein bedeutendes Instrument der Bildung, insbesondere für die junge Generation. Die Preisverleihung hat am im Rahmen einer feierlichen Zeremonie auf dem Kapitol in Rom stattgefunden.
Daneben erhielt Hubertus Knabe für sein „Engagement für Freiheit und Demokratie und für die Aufarbeitung des SED‑Unrechts” das Bundesverdienstkreuz am Bande.
In der Begründung des Bundespräsidenten wird Knabe als „einer der konsequentesten Vertreter der Interesssen der Opfer der SED‑Diktatur” gewürdigt.



2008: Angriffe auf Gedenkstättenleiter abgewehrt



Anfang Januar 2008 erschien in der „Berliner Zeitung” ein empörender Artikel, der den Direktor der Gedenkstätte, Hubertus Knabe, durch Halbwahrheiten, Unwahrheiten und Schmähungen zu diskreditieren versuchte. Fördervereinsmitglieder solidarisierten sich mit dem Angegriffenen. In öffentlichen Stellungnahmen, aber auch in Gesprächen im vorpolitischen Raum wurde herausgestellt, dass die Zusammenarbeit mit Dr. Knabe und seinen Mitarbeitern stets geprägt war von persönlicher Wertschätzung, gegeseitigem Vertrauen und effizienter Bewältigung unterschiedlicher Aufgaben.



2008: Hohe Auszeichnungen für Gründungs und Vorstandsmitglied


Die Bürgerrechtlerin und Publizistin, unser Gründungs‑ und Vorstandsmitglied Vera Lengsfeld wurde am 14. März 2008 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Die Verleihung fand auf Wunsch von Frau Lengsfeld in den Räumen der Gedenkstätte statt. Sie wolle damit auf die Gedenkstätte als ein Projekt ehemaliger politischer Häftlinge gegen das Vergessen aufmerksam machen, sagte sie. Die Ehrung würdigte ihre Verdienste um die Erinnerung an Ursachen und Folgen der SED‑Diktatur.
     



2008: Mitgliedsbeiträge und Spenden für Förderprojekte

Die Arbeit der Gedenkstätte konnte auch im Jahre 2008 materiell gefördert werden. So unterstützte der Förderverein den Schülerwettbewerb „Zeugen des Unrechts ‑ Politische Gefangene nach 1945”. Den ersten Preis im Bereich der Sekundarstufe I erhielten Schüler vom John‑Lennon‑Gymnasium aus Berlin‑Mitte. Sie hatten eine ehemalige Jugendliche aus Ostdeutschland porträtiert, die mit dem DDR‑Staat in Konflikt geriet und deshalb verhaftet wurde.

 

Den ersten Preis im Bereich der Sekundarstufe II bekam die Schülerin Lisanne Wiegand (16), 12. Jahrgang vom Paulsen‑Gymnasium aus Berlin‑Steglitz. Sie hatte eine Frau aus der DDR beschrieben, deren Kind in West‑Berlin zu einer medizinischen Behandlung war, als 1961 die Mauer gebaut wurde. Wegen eines Fluchtversuches wurde die Mutter 1964 verhaftet.
Der erste Preis war jeweils mit 150 Euro dotiert und wurde vom Förderverein gestiftet.

Das Theater‑Projekt „Akte R”, das den Lebensweg eines politisch Inhakftierten in der DDR nachzeichnet, wurde mit 2.000 Euro gefördert. Der Förderverein hat die Entwicklung dieses Dramas finanziert, weil dieses Stück sich vor allem an Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren wendet.



Die Premiere wurde im Theater Strahl Berlin im November 2008 gefeiert. Auch in der Gedenkstätte fanden Vorstellungen statt.

Ende September 2008 trafen sich etwa 40 Schülerzeitungsredakteure in der Gedenkstätte zum bundesweiten Schülerwettbewerb „Freiheit wird selbständig”. Die Jungredakteure führten Zeitzeugeninterviews, recherchierten in Stasi‑Akten und „fahndeten” in der Umgebung des früheren Stasi‑Gefängnisses nach einstigen Tätern.
Dieser Wettbewerb wurde aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden
mit 2.518,99 Euro vom Förderverein unterstützt.



2008: Hohenschönhausen‑Preis erstmals verliehen,
Ehrung geht an den Schriftsteller Joachim Walther


Nach umfangreichen Vorbereitungen hat der Förderverein im Juni 2007 einen Preis ausgelobt, um zur kritischen Auseinandersetzung mit der kommunistischen Diktatur anzuregen. Die Auszeichnung trägt den Namen „Hohenschönhausen‑Preis zur Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur”. Der Verein hat den mit 5000 Euro dotierten Preis erstmals 2008 vergeben.„
Der Schriftsteller Joachim Walther erhielt am 26. November 2008 den Hohenschönhausen‑Preis zur Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur erhalten. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung wurde zum ersten Mal durch den Förderverein Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen vergeben.
Nach Ansicht der vom Förderverein eingesetzten Jury hat der 1943 in Chemnitz geborene Preisträger in vorbildlicher Weise zur Aufarbeitung der SED‑Diktatur beigetragen. Nach dem Ende der DDR erforschte er in jahrelangen Recherchen die Durchdringung des DDR‑Literaturbetriebes durch den Staatssicherheitsdienst und legte dazu das grundlegende Werk „Sicherungsbereich Literatur” vor. Anschließend suchte er in mühseliger Arbeit nach literarischen Texten, die in der DDR nicht veröffentlicht werden konnten, und initiierte zusammen mit Ines Geipel das „Archiv unterdrückter Literatur in der DDR ‑ Die verschwiegene Bibliothek”.


Erster HSH‑Preisträger Joachim Walther mit dem Vorsitzenden des Fördervereins,
Dr. Jörg Kürschner




2007: Biographie über Jürgen Fuchs im „Jaron Verlag” erschienen

                            

Die Biographie über den DDR‑Kritiker Jürgen Fuchs wurde mit einer Zuwendung vom Förderverein unterstützt. Die Gedenkstätte stellte die Fuchs‑Biographie, Autor Udo Scheer, Titel: „Jürgen Fuchs. Ein literarischer Weg in die Opposition” in der Reihe „Inhaftiert in Hohenschönhausen” mit dem Zusatz „mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen” am 27. August 2007 in der Berliner Landesvertretung des Freistaates Thüringen vor.



2006: Besuch von Volker Bouffier


                               Volker Bouffier ‑ Mitglied des Fördervereins

Am 9. Februar 2006 besuchte der damalige Hessische Innenminister und spätere Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erstmals die Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen. Er wurde vom Gründungsmitglied Hans‑Eberhard Zahn durch das ehemalige Gefängnis geführt. Der Minister ließ sich ausführlich über die Haftbedingungen während der sowjetischen Besatzungszeit und der DDR‑Diktatur bis 1989 informieren.
Bouffier zeigte sich erschüttert über das Haftregime und erklärte spontan seinen Beitritt zum Förderverein.
Ende Oktober 2006 besuchte er zusammen mit seiner Familie erneut die Gedenkstätte.



Aufstellung von Informationstafeln rund um die Gedenkstätte -
eine denkwürdige Chronologie:

14. März 2006: BVV Lichtenberg am

        

Am 14. März 2006 fand im Rathaus Lichtenberg eine Bezirksverordnetenversammlung (BVV) statt. Thema war die geplante Aufstellung von vier Informationstafeln über das ehemalige Sperrgebiet rund um die Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen.
Die geplante Podiumsdiskussion (anwesend waren u.a. Gedenkstättenleiter Dr. Hubertus Knabe, der damalige Kultursenator Dr. Thomas Flierl, Reinhard Fuhrmann, ehemaliger Häftling und Besucherreferent der Gedenkstätte) wurde von etwa 200 ehemaligen Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR genutzt, die Arbeit der Gedenkstätte zu verunglimpfen, die ehemaligen Häftlinge als Lügner zu beschimpfen und die von ihnen begangene Verletzung der Menschenrechte zu relativieren und zu leugnen. Unter ihnen waren Siegfried Rataizik (Foto), der letzte Direktor des Untersuchungsgefängnisses, Wolfgang Schwanitz, letzter Leiter des Amtes für Nationale Sicherheit der DDR (AfNS) und Wolfgang Schmidt, MfS‑Insiderkommitee.
Dr. Thomas Flierl hatte es als zuständiger Senator auf der Sitzung nicht für nötig befunden, sich von diesen Äußerungen zu distanzieren. Dies rief einen Skandal nicht nur in den Berliner sondern auch in nationalen und internationalen Medien, in Politik und Gesellschaft hervor. Resultat war eine neuerliche und engagierte Diskussion über den Umgang mit der zweiten deutschen Diktatur.


4. April 2006: Lesung im Abgeordnetenhaus


                      Zeichen setzen gegen Stasi

Unter dem Titel „Zeichen setzen ‑ Schauspieler und ehemalige Häftlinge des MfS lesen Zeitzeugenberichte” hatte der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Walter Momper, am 4. April 2006 zu einer Lesung aus den Gefängnisaufzeichnungen früherer Stasi‑ Häftlinge eingeladen. Die Schauspieler Udo Schenk und Karsten Harfst lasen im vollbesetzten Plenarsaal aus Zeitzeugenberichten, FV‑Mitglied Vera Lengsfeld zitierte aus ihren Aufzeichnungen während der Haft in Hohenschönhausen.
Unter den Zuhörern war auch Berlins Kultursenator Thomas Flierl, der den Stasi‑Kadern in Lichtenberg nicht entgegengetreten war und deshalb parteiübergreifend heftig kritisiert worden war. Später räumte der PDS‑Politiker „persönliches Fehlverhalten” ein, eine Entschuldigung lehnte er aber ab.


26. April 2006: BVV Lichtenberg


                      Vereinsvorsitzender in der BVV von Lichtenberg

Nach dem Skandal um die BVV am 14. März 2006 wurde die Arbeit der Gedenkstätte Berlin‑ Hohenschönhausen belohnt: Das PDS‑dominierte Parlament beschloss am 26. April 2006 mit Mehrheit die unverzügliche Aufstellung von vier Informationstafeln, die auf das ehemalige sowjetische Speziallager und spätere Stasi‑ Untersuchungsgefängnis hinweisen. Die SED‑ Nachfolger hatten sich monatelang beharrlich geweigert, Dr. Knabes Formulierung „über vierzigjährige kommunistische Diktatur in Ostdeutschland” zu akzeptieren.
Zwei Gründungsmitglieder des Fördervereins, Hans‑Eberhard Zahn und Dr. Jörg Kürschner, unterstützt von den SPD‑, CDU‑ und FDP‑Fraktionen, appellierten an die PDS‑Abgeordneten, ein Zeichen gegen Geschichtsverleugnung und DDR‑Verherrlichung zu setzen. Dass einige von der PDS unterstützte Redner die Verbrechen der Stasi leugneten, stieß überwiegend auf Empörung der rund 150 Zuhörer. Der frühere Gefängnisleiter Siegfried Rataizik nahm den Beschluss, die Informationstafeln aufzustellen, kopfschüttelnd zur Kenntnis.
Mit großer Genugtuung erlebten am 21. Juli 2006 ehemalige Häftlinge, rund hundert Zuschauer sowie ein großes Presseaufgebot die kurze und würdige Enthüllung von vier Informationstafeln.




2006: Der Förderverein unterstützt Projekte der Gedenkstätte

        
  Ein Barkas B 1000 durch Förderverein erworben

Der Arbeit mit jungen Heranwachsenden wird in der Gedenkstätte eine hohe Priorität eingeräumt. Der Förderverein unterstützt diese Aktivitäten mit Hilfe der Mitgliedsbeiträge und der Spenden seit seiner Gründung. Im Jahr 2006 wurden zwei Projekte der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen vom Förderverein finanziell unterstützt.
Zum einen ein Internationales Schülerseminar mit rund 30 Schülern aus Lettland, Ungarn, Polen über die Volksaufstände in Polen und Ungarn. Die „Pädagogische Arbeitsstelle” der Gedenkstätte hatte das Seminar zusammen mit der Deutschen UNESCO‑Kommission e.V. organisiert, der Förderverein übernahm das Honorar für den Theaterpädagogen.
Zum anderen wurde über eine Internetauktion ein Barkas B 1000 erworben, der zuletzt der Stasi in Gotha als Gefängnistransporter diente. Die Fahrt in den winzigen, fensterlosen und kaum belüfteten Einzelzellen war eine Tortur für die Häftlinge. 2006 wurde das 1983 in Dienst gestellte Fahrzeug originalgetreu restauriert. Die Anschaffungskosten von 1.500 EUR übernahm der Förderverein.



2006: Besuch des Bundespräsidenten Horst Köhler

            
Der Bundespräsident wurde von Dr. Jörg Kürschner, Vorsitzender des Fördervereins, und Gründungsmitglied Hans‑Eberhard Zahn geführt

„Der Besuch hier in Hohenschönhausen macht eindringlich klar: Hier darf nichts vergessen werden und Gerechtigkeit zu schaffen braucht einen langen Atem”.
Diese Sätze finden sich seit dem 14. November 2006 im Gästebuch der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen.



2005: Linse‑Neffe besucht Hohenschönhausen


Peter Seifert und Ehefrau, 2.u.3. v. l. und
Dr. Jörg Kürschner,Vorsitzender Förderverein, 2. v. r.


Am 11. Mai 2005 war Peter Seifert, ein Neffe von Dr. Walter Linse, zu Besuch in der Gedenkstätte. Linse wurde 1952 vor seinem Haus in West‑Berlin auf offener Straße entführt. Dies war der spektakulärste Fall eines Menschenraubs durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Nach monatelanger Untersuchungshaft in Berlin‑Hohenschönhausen wurde er wegen angeblicher Spionage zum Tode verurteilt und am 15. Dezember 1953 in Moskau hingerichtet.
Dr. Jörg Kürschner, Vorsitzender des Fördervereins und ehemaliger Häftling, führte das in den USA lebende Ehepaar Seifert mit Bekannten durch das ehemalige Untersuchungsgefängnis des Staatssicherheitsdienstes. Seifert war auch im Dezember 2003 in Berlin, als Linse ‑ anlässlich seines 50. Todestages ‑ mit einer Kranzniederlegung im Rosenhof der Gedenkstätte und einer Feierstunde im Schöneberger Rathaus geehrt wurde. Das in den USA lebende Mitglied des Fördervereins besucht regelmäßig bei seinen Berlinaufenthalten die Gedenkstätte.



2005: Gründungsmitglied des Fördervereins besucht Gedenkstätte


Dr. Hermann Otto Solms, MdB, und Dr. Jörg Kürschner, Mitte,
mit Gästen des Liberalen Bürgerfonds


Am 1. Mai 2005 besuchte Bundestagsvizepräsident Dr. Hermann Otto Solms mit Gästen des Liberalen Bürgerfonds die Gedenkstätte. Solms zählt zu den 19 Persönlichkeiten, die den Förderverein im November 2003 gegründet haben.



2005: Förderverein organisierte Zeitzeugengespräch


Roland Jahn beim Gespräch mit Berliner Schülerinnen und Schülern

Am 5. Januar 2005 sprach Roland Jahn, einer der Hauptakteure der Jenenser Friedensgemeinschaft, Anfang der achtziger Jahre und danach Redakteur der ARD‑Sendung „Kontraste” (RBB), vor Schülern des Leonard‑Bernstein‑ Gymnasiums im Berliner Bezirk Marzahn‑Hellersdorf über seine Konflikte in der DDR.
Initiator der Veranstaltung war André Gaedecke, freiberuflicher Journalist und Mitglied des Fördervereins.


2005: Die Nachrichteninfos erscheinen
Die in an die Mitglieder, Freunde und Förderer versendeten „Nachrichteninfos” erfreuen sich seit dem ersten Erscheien im Jahre 2005 großer Beliebtheit. In der Buchhandlung ´89 enstand nach dem Newsletter eine rege Nachfrage, wodurch zahlreiche Spenden für den Verein eingingen.
Unter dem Button „Chronologie” auf dieser Website finden Sie zum Nachblättern alle Ausgaben des Nachrichteninfos.


2004: Förderverein entfaltet erste Aktivitäten

        
Der „GSTW” am Tag der Übergabe im März 2004

Der Förderverein ruft 2004 zu einer Spendenaktion auf. Damit soll der „Gefangenen‑Sammel‑Transportwagen” (GSTW) vor dem drohenden Verfall geschützt werden. Die Gefangenen nannten den Waggon „Grotewohl‑Express”.



Die Preisträger am 3. Oktober 2004, dem 14. Jahrestag der deutschen Einheit.
In der Mitte Dr. Jörg Kürschner, Vorsitzender des Fördervereins.
Rechts: Urkunde.

Die Bundeszentrale für politische Bildung zeichnet den Förderverein Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen mit dem „Einheitspreis” aus



27. November 2003:
Gründung des Fördervereins, Verabschiedung der Vereinssatzung